Wieso verwendet Konvertigo eigentlich Contao? Ein Erklärungsversuch.

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Konvertigo verwendet das Content Management System Contao, welches zwar nicht so einen Bekanntheitsgrad wie andere Systeme aufweist, sich aber in den vergangenen Jahren im deutschsprachigen Raum trotzdem etabliert hat. Der Blogpost ist ein kleiner Erklärungsversuch, wieso Konvertigo auf Contao setzt.

Immer wieder führe ich Diskussionen, weshalb ich eigentlich ausschliesslich Contao als Content Management System (CMS) für die Website-Projekte von Konvertigo verwende. Es gibt doch *Trommelwirbel* Wordpress.

Wieso nenne ich jetzt gerade Wordpress? Ja, weil Wordpress einfach von vielen Seiten als das einzig wahre CMS gesehen wird. Wieso ich das für falsch erachte, werde ich später noch erläutern

Es gibt aber natürlich weitere PHP-basierten Open Source CMS wie Drupal, Joomla!, Typo3 usw. Und auch Contao selber gibt es bereits seit 2006! Es hiess damals allerdings noch Typolight.

Contao von Haus aus mit mächtigen Funktionen und Modulen

Die CMS-Auswahl ist also schon mal grundsätzlich reich und die Einsatzgebiete vielfältig. Die Verbreitung eines CMS an sich mag für viele ein Indiz für Qualität, Stabilität und Sicherheit sein.

Ich sehe das anders - gerade am Beispiel von Wordpress. Wordpress ist als sehr einfach zu bedienendes Blogsystem gestartet. Hat also schon deshalb eine sehr grosse Fanbase generiert und hat sich inzwischen - mit entsprechenden Erweiterungen - durchaus zu einem Content Management System gemausert.

Gerade bezüglich der Grundausstattung kann Contao da aber schon eindeutig punkten, denn Contao hat von Haus aus:

  • einen einfachen Editor für Pflege von Inhalten ohne HTML-Kenntnissen (diese sind aber auch hier nicht von Nachteil).
  • ein ausgereiftes Veranstaltungsmodul mit Listen- und Detailansicht. Mit Erweiterungen können auch Online-Anmeldungen verwaltet werden.
  • ein Nachrichtenmodul, dass von kleinen News, bis Medienmitteilungen bis zu inhaltsvollen Blogpost verwendet werden kann. Auch dieser Blog wird damit verwaltet.
  • ein Newsletter-Modul (ja, sehr simpel und mit null Statistik, aber zumindest ein Kunde sende jährlich kostenlos so an die unzählige Newsletters)
  • eine Mitgliederverwaltung mit Registration, Kontoverwaltung und Login-Funktionalität für geschützte Website-Bereiche.
  • einen Baukasten für einfache bis komplexe Formulare.
  • viele Inhaltselemente, die in Artikel eingefügt werden können. So z.B. Downloads-Elemente, Galerie, Youtube- oder Vimeo-Element usw.
  • barrierefreie Ausgabe für Sehgeschädigte.
  • eine einfache, komfortable und hierarchische Dateiverwaltung.
  • eine extrem detaillierte Rechteverwaltung für Benutzer (fast ein bisschen zu detailliert).

Die Liste ist definitiv nicht abschliessend, aber das ist tatsächlich alles in der Grundinstallation von Contao drin! Zahlreiche Erweiterungen bauen Contao zum Beispiel

  • zu einem vollfunktionierenden Webshop aus (z.B. mit Isotope E-Commerce) aus.
  • zu einem vollfunktionsfähigen Verwaltungssystem für Literatur, Testimonials oder Mitarbeiterinformationen um (z.B. mit Metamodels).
  • zu einem richtigen Geoinformationssystem (z.B. con4gis) aus.

Und ja, man kann diese Erweiterungen anpassen: z.B. die Ausgabe des Frontend-Templates, Backend-Felder, Funktionen und Listen mittels Konfigurationsanpassungen. Das ist oftmals auch für Laien verrückt einfach, manchmal haarsträubend kompliziert.

Oder noch besser: Man entwickelt eine eigene Erweiterung!

Mein Umsetzungsprinzip ist dabei allerdings immer: Je weniger Erweiterungen, desto weniger Komplexität und Risiken bezüglich Stabilität und Sicherheit. Und da Contao eben schon "out of the box" extrem viel Funktionalitäten mitbringt, die man auch wirklich in irgendeiner Form benötigen wird, ist der Einsatz von zusätzlichen Erweiterungen tatsächlich überschaubar.

Toll, aber...

Selbstverständlich hat Contao auch seine Schwächen: Die Auswahl der Erweiterungen und Themes ist im Vergleich zu Wordpress lächerlich klein, die Community entsprechend auch. Aber auch hier ist meine Erfahrung, dass die Menge nichts über die Qualität aussagt. Die Erweiterungen sind meistens von sehr guter Qualität und Stabilität, die Community hat einige Topleute, die einem wirklich sehr schnell und auch konkret helfen. Da gibt es normalerweise kein langes Gelaber.

Allgemein ist mein Eindruck, dass der Level sehr hoch ist und dass die dort wissen, wie Contao funktioniert.

Eine Schwäche ist aber leider schon seit Jahren da: Dokumentation und Literatur. Ja, man findet meistens die Infos, die man braucht, aber man sucht oft sehr lange und oftmals ist die Info dann falsch, oder veraltet oder nicht mehr vorhanden (404-Seiten lassen grüssen). Natürlich kein exklusives Contao-Problem, aber das ist so ein Qualitätsschlenker, der für mich das Gesamturteil etwas trübt.

Und ja, es gibt keine Bücher zu der aktuellen Contao-Version. Finde ich persönlich etwas schade, weil ich als Digital Immigrant das halt einfach gerne habe! Aber gut, wenn dann im Gegenzug eine aktuelle und komplette Online Dokumentation vorhanden wäre... ;-).

Persönliches Fazit zu Contao

Contao ist zweifellos einen Blick wert und geeignet für kleine, einfache bis grosse, komplexe Website-Projekte! Eine nachvollziehbare und durchgehend stringente Benutzerführung sowie eine benutzerbezogene Rechteverwaltung macht es für Benutzer und Entwickler einfach, sich im System zurecht zu finden.

Es braucht sich definitiv nicht vor anderen CMS oder zu CMS aufgepimpten Blogsystemen zu verstecken.

Ich selber sehe mich definitiv nicht als Vollblut-Entwickler, kann aber mit Contao bislang die Sachen praktisch alle alleine machen und brauche eigentlich sehr selten die Unterstützung der Community oder der (richtigen) Entwickler. Bei rund 20 Projekten mit allerlei Modulen und komplexen Schnittstellen durchaus ein Indiz, dass Contao ein CMS ist, dass nicht nur für Normalbenutzer sondern auch für Normalentwickler geeignet ist.

Konvertigo wird deshalb weiterhin fleissig und mit viel Freude weitere Contao-Websites umsetzen!

Wer mehr über Contao erfahren will, ist herzlich dazu eingeladen, in Kontakt mit mir zu treten. Ich zeige gerne an konkreten Beispielen, wie ich Contao verwende und was die Möglichkeiten sind.